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Absicherung für landwirtschaftliche Betriebe – als Landwirt richtig abgesichert sein!

Landwirt? Immer gut versichert mit der Absicherung für landwirtschaftliche Betriebe

Kaum eine Branche ist so facettenreich, wie die Landwirtschaft.  Getreide, Obst, Gemüse, Fleisch, Milch, Honig, Fisch, Holz,…  all das bescheren uns die verschiedenen Bereiche der  Landwirtschaft. Doch kaum ein landwirtschaftlicher Betrieb  beschränkt sich inzwischen nur auf seine Kerntätigkeit. Urlaub  auf dem Bauernhof, Vertrieb eigener Erzeugnisse im Hofladen,  Erzeugung von Energie durch Solar- oder Biomasseanlagen,  Holzhandel,… auch hier sind die Möglichkeiten vielfältig, das  Einkommen durch Nebentätigkeiten zu ergänzen.

Bedingt durch die Entwicklungen der vergangenen Jahre, driften in der Landwirtschaft Ist- und Sollsituation beim Versicherungsschutz dramatisch auseinander. Nicht selten sind Höfe  bereits in der zweiten Generation oder länger beim selben Versicherer unter Vertrag. Das alleine wäre noch kein Beinbruch,  wenn der Schutz über die Jahre regelmäßig aktualisiert worden  wäre. Genau das wurde aber oft nicht getan. Das Ergebnis sind  Deckungslücken, die heftige finanzielle Folgen nach sich ziehen  können.

Auf den folgenden Seiten möchten wir gerne die wichtigsten  Versicherungen ansprechen und auf Punkte hinweisen, die  besondere Beachtung verdienen.

Betriebliche Risiken

Landwirtschaftliche Haftpflichtversicherung

Die landwirtschaftliche Haftpflichtversicherung ist die wichtigste  aller landwirtschaftlichen Versicherungen. Sie ist eine unbedingte Notwendigkeit für jeden Landwirt. Die Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die durch Sie oder einen Ihrer Mitarbeiter einem Dritten gegenüber verursacht werden Darüber hinaus prüft sie, ob die an Sie gestellten Schadenersatzansprüche gerechtfertigt sind. Sämtliche Kosten, bis hin zu einem eventuell entstehenden Rechtsstreit, werden dann von der Haftpflichtversicherung getragen.

Neben Schäden, bei denen Sie oder Ihre Mitarbeiter andere durch eine Handlung aktiv (also durch „Ihr Tun“), schädigen kann z. B. auch eine Vernachlässigung der Verkehrssicherungspflicht zu einem Schaden mit entsprechenden Forderungen führen. Da es keine pauschale Summenbegrenzung für Schadenersatzansprüche gibt, kann bei einem großen Schaden schnell die Existenz auf dem Spiel stehen. Als Einzelunternehmer haften Sie in der Regel auch persönlich mit Ihrem  Privatvermögen.

Wie eingangs erwähnt, ist es im landwirtschaftlichen Betrieb inzwischen eher Regel, denn Ausnahme, auch einer Nebentätigkeit nachzugehen. Eine Haftpflichtversicherung leistet  grundsätzlich nur für die Tätigkeiten, die bei Antragstellung  auch angegeben wurden. Wir empfehlen daher, jede Art von  Nebentätigkeit beim Haftpflichtversicherer anzuzeigen.

Da auch bei einer Nebentätigkeit oft der Einsatz von land- wirtschaftlichem Gerät im Mittelpunkt steht (z. B. Zugmaschine beim Winterdienst im Auftrag der Kommune), kann ein  Schadensfall evtl. nicht in den Bereich der landwirtschaftlichen,  sondern den der Kfz-Haftpflichtversicherung fallen. Auch hier  müssen Sie einen abweichenden Einsatz Ihres Geräts anzeigen  (z. B. auch Teilnahme an Festumzügen, Werkverkehr bei Lohn- arbeiten, Sammelaktionen,…).

Die private Haftpflichtabsicherung für Sie und Ihre Familie ist in aller Regel bereits in der landwirtschaftlichen Haftpflicht enthalten auch für Kinder und Altenteiler.

Umwelthaftpflichtversicherung

Ein klassischer landwirtschaftlicher Betrieb lagert in der Regel  eine Fülle verschiedener umweltgefährdender Stoffe: Jauche,  Diesel, Pflanzenschutz, Düngemittel,… Als Betreiber von An- lagen zur Lagerung dieser umweltgefährdenden Stoffe tragen  Sie die Verantwortung, wenn es durch den Austritt der Stoffe zu  einer Umweltschädigung (z. B. Verunreinigung von Gewässern)  kommt.

Moderne Tarife der landwirtschaftlichen Haftpflicht beinhalten  heute normalerweise bereits eine Umwelt-Basisversicherung,  damit auch für diesen Bereich eine Grunddeckung gegeben ist.  Diese Basisdeckung ist allerdings auf bestimmte  Volumina begrenzt (i. d. R. pro Einzelgebinde und in der  Gesamtheit). Reichen diese Summen angesichts der real vorhandenen Verhältnisse nicht aus, muss der Schutz  komplett über eine separate Umwelthaftpflichtversicherung versichert werden (nur der Bereich, bei dem die Basisdeckung nicht genügt, z. B. Jauche oder Heizöl, aber auch Anlagen des WHG wie beispielsweise Tankstellen, Pflanzenschutzmittel- und Düngemittellager).

Umweltschadenversicherung

Seit 2007 besteht eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung von  Gewerbetreibenden, Umweltschäden zu vermeiden und auf- getretene Schäden zu sanieren, auch wenn die Schäden „der  Allgemeinheit“ entstanden sind und daher öffentlich-rechtliche  Schadenersatzforderungen sind. Ein Umweltschaden ist die  Schädigung von geschützten Tierarten, geschützten Pflanzen,  geschützten Lebensräumen oder Gewässern.

Versichert ist hier je nach Umfang des Vertrags die gesetzliche Haftpflicht gem. Umwelthaftungsgesetz bzw. Umweltschadengesetz, die durch Ihren Betrieb oder seine Anlagen  verursacht werden. Beide Gesetze sehen eine verschuldensunabhängige Haftung vor das Umweltschadengesetz sogar  für Schäden auf eigenem Grund und Boden. Während bei der  landwirtschaftlichen und der Umwelthaftpflichtversicherung immer die Schäden im Mittelpunkt standen, die Sie, Ihre  Mitarbeiter bzw. Anlagen Ihres Betriebs konkret zu benennenden Dritten zufügten, deckt  die Umweltschadenversicherung genau die oben genannten Gefahren. Das Risiko, für einen Umweltschaden belangt zu werden, sollten Sie nicht  zu gering einschätzen. Das Bewusstsein für die Umwelt ist in den letzten Jahren in der Bevölkerung stark gestiegen.  In gleichem Maß ist die Hemmschwelle gesunken, Behörden oder eine Umweltschutzorganisation einzuschalten, wenn  man glaubt, einen Umweltverstoß entdeckt oder beobachtet zu haben. Die Abwehr unberechtigter Forderungen ist auch bei dieser Form der Haftpflicht Teil Ihres Versicherungsschutzes!

Erweiterte Produkthaftpflicht

Nahezu alle Produkte aus landwirtschaftlichen Betrieben  werden von anderen Gewerbetreibenden weiterverarbeitet.  Aus Rindern wird Wurst, aus Milch Käse, aus Getreide Mehl  usw. Dass Abnehmer der landwirtschaftlichen Erzeugnisse  durch Mängel daran geschädigt werden, stellt ein zusätzliches  Gefahrenpotential dar. Stellt sich beispielsweise heraus, dass  zugelieferte Milch mit Pestiziden verunreinigt ist (z. B. durch  Unachtsamkeit bei der Lagerung), muss in der Regel eine  komplette Produktionscharge einer Käserei entsorgt werden.  Wird der Mangel erst später entdeckt, kommen Rückrufkosten,  PR-Maßnahmen, etc. hinzu. Schäden im fünfstelligen Bereich  sind hier alles andere als selten. Das Problem besteht nicht nur  für Primärerzeugnisse, sondern z. B. auch für Produktionsabfälle, die beispielsweise noch an die Futtermittelindustrie veräußert werden. Die Lösung: Eine erweiterte Produkthaftpflicht Ein moderner Tarif der landwirtschaftlichen Haftpflicht sollte bereits über eine entsprechende Deckung verfügen, bzw.  zumindest die Möglichkeit eines Einschlusses bieten. Dies sollte genauestens geprüft werden.

Inhaltsversicherung

Die Inhaltsversicherung ist vergleichbar mit einer Hausratversicherung für den Betrieb. Ungeachtet dessen, ob es sich  um Maschinen, Werkzeuge oder Vorräte handelt, ist es immer  problematisch, wenn Betriebsausstattung z. B. durch Feuer  oder einen Einbruch beschädigt oder gestohlen wird. Auch  bei gebraucht erworbenen Geräten kommen schnell hohe  Belastungen auf Sie zu, wenn sie neu angeschafft werden  müssen. Eine Inhaltsversicherung deckt im Rahmen der von  Ihnen gewählten Gefahren die Kosten der Schadenbeseitigung,  Reparatur und ggf. Neuanschaffung. Die Gefahren, gegen die  Sie sich absichern können, sind Feuer, Leitungswasser, Sturm,  Hagel, Einbruchdiebstahl, Elementarrisiken und die sogenannten „unbenannte Gefahren“.

Betriebsunterbrechungsversicherung

Wurde Ihr Betrieb – wie in der Inhaltsversicherung beschrieben  – Opfer eines versicherten Schadens, der den Geschäftsbetrieb  lahmlegt oder zumindest vorübergehend lähmt, kann es problematisch für Sie werden die weiter laufenden Kosten zu decken.  Pacht, Leasingraten, Personalkosten, etc. fallen weiterhin an  und müssen gezahlt werden. Oft beinhaltet die Inhaltsversicherung bereits eine Betriebsunterbrechungsversicherung in einer  Höhe, die dem versicherten Wert Ihrer Ausstattung entspricht  (kleine Betriebsunterbrechungsversicherung). Sie greift bei den  in der Inhaltsversicherung gewählten Gefahren. Ist absehbar,  dass Mehrkosten und Ertragsausfall diesen Wert übersteigen,  sollte die Versicherungssumme der Betriebsunterbrechungsversicherung entsprechend angepasst werden.

Gebäudeversicherung

Wir stellen immer wieder fest, dass landwirtschaftliche Gebäude oft nur gegen Feuer abgesichert wurden. Traditionell rührt  dies wohl noch aus der Zeit der Brandversicherungsmonopole  her. Entsprechend alt sind die Bedingungen dann auch oft, die  hier noch hinterlegt sind. Die landläufige Meinung, dass alte  Bedingungswerke besser wären als neue, hält sich zwar hartnäckig – glauben Sie uns, das ist bestenfalls in einzelnen Sparten und auch dort nur bei einzelnen Leistungspunkten so. Fast  immer gilt: Neuer ist besser. Vor 40 Jahren, als man sein Heizöl  noch jeden Tag in einer Kanne aus dem Keller holte, waren z. B.  Überspannungsschäden wirklich ein vernachlässigbares Thema  im Feuerrisiko. Was heute an elektrischen Einrichtungen bei  einem Haus normal ist, wissen Sie ja selbst.

Auch in der Landwirtschaft sollte ein Gebäude gegen alle Gefahren abgesichert werden, die bei reinen Wohnhäusern  nötig sind: Feuer, Leitungswasser, Sturm, Elementar. Mit dem Alter eines Hauses steigt auch die Gefahr eines Leitungswasserschadens. Die Folgen der Wetterkapriolen der vergangenen Jahre kennen Sie aus den Nachrichten – und das  wird uns in holder Regelmäßigkeit erhalten bleiben. Es ergibt keinen Sinn, wegen ein paar gesparter Euro Beitrag ein  unnötiges Risiko einzugehen. Vor allem dann nicht, wenn die Erstattung eines einzigen Schadens schnell der Versicherungsprämie für die nächsten zehn Jahre oder mehr entspricht. Nur ein umfangreicher Versicherungsschutz kann der  richtige Weg sein. Natürlich kann man bei Nutzgebäuden wie etwa Ställen oder Scheunen teilweise von dieser Regel  abweichen.

Elektronikversicherung

Auch die EDV hat ganz selbstverständlich Einzug in den modernen landwirtschaftlichen Betrieb gehalten. Daher ist der Abschluss einer Elektronikversicherung bei Landwirten inzwischen  ebenso empfehlenswert, wie in jeder anderen Branche auch.  In der Elektronikversicherung können elektronische Geräte u. a.  auch gegen Schäden durch Fehlbedienung, einfachen Diebstahl  oder Unachtsamkeit versichert werden. Neben der Absicherung  der reinen Sachschäden an den versicherten Dingen, ist eine  Erweiterung um anfallende Datenwiederherstellungskosten  und Software zusätzlich vereinbar. Sollte durch den Ausfall von  Technik Ihr Betrieb (teilweise) zum Stillstand kommen, können  Sie sich auch gegen diese Betriebsunterbrechung absichern.

Arbeitsmaschinenversicherung

Stationäre oder mobile Arbeitsmaschinen lassen sich im Rahmen einer Maschinenversicherung sehr umfangreich absichern.  Grundsätzlich ist der Versicherungsumfang deutlich umfang- reicher als in der Inhaltsversicherung und umfasst u. a. auch  Bedienungsfehler, Überlastung oder Betriebsmittelschäden.  Der Versicherungsschutz kann in gewissem Rahmen an den  jeweiligen Bedarf angepasst werden.

Tierversicherungen

Für Tiere bietet der Versicherungsmarkt eine bunte Fülle  verschiedener Absicherungsmöglichkeiten für den Fall des  Ablebens eines Tieres – je nachdem, wie der Einsatz des Tiers  angedacht war. Vor allem Krankheiten können schnell dazu führen, dass behördlich angeordnet wird, dass z. B. ein kompletter Viehbestand  an Mastschweinen gekeult werden muss. Da durch die Klimaänderung und den internationalen Güter- und Reiseverkehr  verstärkt neue Krankheiten „importiert“ werden, wird dieses  Problem immer brisanter.

Auch Zuchttiere, deren Wert deutlich über dem reinen Fleischpreis liegt, können mit einer angemessenen Versicherungssumme abgesichert werden – teils bereits als Fötus im Mutterleib. Da die Palette möglicher Absicherungen sehr umfangreich ist, möchten wir das Thema hier wirklich nur anreißen.  Welche Möglichkeiten es hier im Einzelnen gibt und welche zu Ihrem Betrieb passen, erläutern wir gerne in einem  gesonderten Termin.

Waldversicherung

Die knapp 1,5 Mio. Waldbesitzer in Deutschland mussten in  den vergangenen Jahren häufig erleben, welches Zerstörungs- potential ein Sturm hat. Meist bedeutet Holzbruch Einbußen  beim Verkaufspreis, da das Holz normalerweise nur noch zum  Heizen und nicht mehr als Bau- oder Möbelholz taugt. Zudem  kommt es kurzfristig regional zu einem sehr hohen Angebot an  Holz, was die Preise zusätzlich sinken lässt. Auch Brände sind  in deutschen Wäldern nicht selten. Etwa 1.300 brechen Jahr  für Jahr aus – da bleibt dann noch weniger von einem Baum  über, was noch verkauft werden könnte. Mit einer Waldversicherung können Sie sich in gewissem Rahmen gegen die  finanziellen Nachteile absichern, die Sturm oder Feuer an Ihrem  Wald anrichten.

Hagelversicherung

Getreide ist für die meisten Betriebe die wichtigste Fruchtart. In  Deutschland werden auf 7 Mio. ha je nach Witterungsverlauf 45  bis 50 Mio. t Getreide geerntet. Und ein ordentlicher Hagelschauer kann einem Landwirt die ganze Ernte – im wahrsten  Wortsinn – verhageln. Mit einer Hagelversicherung können Sie  sich gegen die finanziellen Folgen absichern. Selbstverständlich  ist diese Absicherung auch für den Anbau anderer Feldfrüchte  erhältlich.

Kfz-Versicherung

Im Bereich der landwirtschaftlichen Kraftfahrzeuge gibt es  einige Besonderheiten. Die grundsätzliche Regelung, dass  Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von mehr als 6 km/h  versicherungspflichtig sind, greift selbstverständlich auch bei  Zugmaschinen. Sie benötigen also Kennzeichen und Versicherung dafür. Dies gilt übrigens auch für reine Stalltraktoren, die  schneller als 6 km/h fahren. Auch diese müssen zugelassen  und versichert werden. Verursachen Sie damit einen Schaden,  besteht kein Schutz über Ihre landwirtschaftliche Haftpflicht.

Selbstfahrende Arbeitsmaschinen mit einer Geschwindigkeit  bis 20 km/h sind nicht zulassungs- und auch nicht versicherungspflichtig. Übersteigt die Höchstgeschwindigkeit die 20  km/h-Grenze, sind diese Arbeitsmaschinen zwar immer noch  nicht zulassungspflichtig, dennoch muss ein amtliches Kennzeichen erteilt werden. Auch eine KFZ-Haftpflichtversicherung muss abgeschlossen werden.

Anhänger sind in der Landwirtschaft oft weder zulassungs- noch versicherungspflichtig. Allerdings dürfen sie selbst  hinter eigentlich schneller fahrfähigen Zugmaschinen maximal mit 25 km/h bewegt werden. Ein entsprechendes 25  km/h-Geschwindigkeitsschild ist unbedingt am Fahrzeug anzubringen. Schneller als 25 km/h dürfen Kombinationen nur  gefahren werden, wenn der Anhänger zulassungspflichtig ist. Lohnunternehmen müssen Anhänger bereits ab 6 km/h  zulassen.

Auch wichtig: Der Versicherungsschutz für landwirtschaftliche Kraftfahrzeuge ist äußerst günstig. Das liegt an den  konkreten Vorstellungen der Versicherer zum Einsatz der Fahrzeuge. Bei Fremdeinsatz außerhalb der Landwirtschaft  – z. B. im Winterdienst für die Kommune, bei der Teilnahme an Festumzügen, etc. besteht daher grundsätzlich kein  Versicherungsschutz. Zeigen Sie Sondereinsätze daher unbedingt immer vorher an. Die meisten Versicherer zeigen sich  hier offen und erweitern die Deckung problemlos gegen eine überschaubare Mehrprämie.

Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung ist eine sehr sinnvolle Ergänzung zur Haftpflichtversicherung Ihres Betriebs.  Rechtliche Auseinandersetzungen bleiben auch im landwirtschaftlichen Bereich nicht aus. Seien es Schadenersatzforderungen, die Sie selbst durchsetzen möchten, oder Streitigkeiten  mit einem ehemaligen Mitarbeiter, dem Sie kündigten – eine  Rechtsschutzversicherung hilft. Auch für Sie wichtige Themen  wie „Cross Compliance“ bei der Bewilligung von Subventionen  oder Vertragsrecht sind heute bei vielen Versicherern von Haus  aus mitversichert. Je nach gewähltem Tarif sind auch Ihre  privaten Risiken mit absicherbar.

Persönliche Risiken

Neben der Absicherung der betrieblichen Risiken müssen Sie auch an sich selbst denken. Landwirte sind in der Regel  über die landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger pflichtversichert. Nur wenn das Einkommen aus selbständiger  nichtlandwirtschaftlicher Tätigkeit deutlich über dem der landwirtschaftlichen liegt, besteht die Möglichkeit, in eine  private Absicherung zu wechseln. Die Versorgungslücken sind bei den Sozialversicherungen für Landwirte identisch mit  denen, die bei anderen gesetzlich Versicherten bestehen. Kümmern Sie sich daher besser selbst um die notwendige  Abrundung Ihrer Absicherung. So können Sie gezielter und leistungsstark Vorsorge treffen – nur sozial ist fatal!

Krankenversicherung

Als gesetzlich Pflichtversicherter können Sie Ihre Absicherung   und die Ihrer Familie in den verschiedensten Bereichen durch  Krankenzusatzversicherungen ergänzen.  Diese Bereiche sollten von Ihnen mit privatem Zusatzschutz  ergänzt werden:

Stationäre Zusatzversicherung – Mit einer stationären Zusatzversicherung werden Sie im Optimalfall in einem Krankenhaus Ihrer Wahl als Privatpatient behandelt, auf Wunsch auch vom Chefarzt. Sie liegen im Ein bzw. Zweibettzimmer und können die Möglichkeiten der modernsten Medizintechnik ausschöpfen.

Zahnzusatzversicherung – Die Krankenkassen übernehmen im Bestfall 65 % der Kosten für Zahnersatz. Allerdings nur im Rahmen der Regelversorgung. Eine Brücke, die 700,-Euro kostet, würde demnach mit maximal 455,-Euro bezuschusst werden. Drei Implantate für je 1.600,-Euro, die eine hochwertigere Alternative zur Brücke wären, würden ebenso bezuschusst werden. Die Restkosten können zu einem Großteil über eine Zahnzusatzversicherung gedeckt werden.

Pflegeergänzung – Im Zuge einer Krankenzusatzabsicherung kann auch bereits über das Thema Pflegebedürftigkeit  nachgedacht werden, wobei das längst kein „Alte-Leute-Problem“ mehr ist. Das Risiko, zum Pflegefall zu werden, betrifft auch junge Menschen. Krankheit und Unfall kennen kein Alter. Die gesetzliche Pflegeversicherung leistet vor allem  bei notwendiger stationärer Pflege kaum die Hälfte der anfallenden Kosten. Der Rest bleibt beim Pflegebedürftigen bzw.  seiner Familie hängen. Ein Pflegetagegeld stellt die preisgünstigste Lösung zum Auffangen dieses enormen finanziellen  Risikos dar. Sorgt man bereits in jungen Jahren für einen solchen Schutz, fällt der Beitrag zumeist nicht spürbar ins  Gewicht.

Eine Besonderheit der Landwirtschaftlichen Krankenkassen ist, dass sie landwirtschaftlichen Unternehmern anstelle der  Gewährung von Krankengeld im Bedarfsfall einen qualifizierten Betriebshelfer zur Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Betriebs stellen. Der Abschluss eines privaten Krankentagegelds ist daher nicht möglich.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Ihre Arbeitskraft ist die Basis für Ihren Lebensstandard. Für ab  1961 Geborene gibt es keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Die stattdessen eingeführte Erwerbsminderungsrente berücksichtigt keine individuellen Tätigkeitsprofile eines  bestimmten Berufs mehr, sondern prüft nur noch, ob jemand  in irgendeiner Art und Weise noch arbeitsfähig ist. Selbst in der  höchsten Stufe fällt sie wohl zu niedrig aus, um davon leben  zu können (ca. 40 % Ihres letzten Einkommens). Kann man  aufgrund gesundheitlicher Probleme seinen Beruf nicht mehr  ausüben, geht dies daher oft mit einem sozialen Abstieg einher.  Je nach Art der Erkrankung und der Befähigung eines Menschen ist ein Wechsel in eine andere Tätigkeit oft nicht möglich.  Eine Berufsunfähigkeitsversicherung stellt eine ideale Lösung  dar, um im Fall der Fälle einen Einkommensersatz zu erhalten. Die Höhe der abgesicherten Rente sollte ausreichend  hoch gewählt sein, damit man seinen Alltag auch weiterhin finanziell bestreiten kann. Auch die Laufzeit eines solchen  Vertrags sollte möglichst auf das gewünschte Rentenalter abgestimmt sein.

Besteht bereits ein solcher Vertrag, sollte dieser unbedingt überprüft werden. Ist die Rentenhöhe noch ausreichend?  Bietet das Bedingungswerk akzeptable Regelungen für Selbstständige? Wurde der Versicherungsschutz auch unter  steuerlichen Aspekten geprüft? Es gibt hier eine ganze Reihe von Punkten, die man bedenken muss. Berufsunfähigkeitsschutz ist in jedem Fall eine der wichtigsten  Absicherungen, die man für sich selbst wählen kann.

Unfallversicherung

Als Landwirt sind Sie auch in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gesetzlich unfallversichert. Eine Befreiung  von der Versicherungspflicht ist nur auf Antrag und nur bei  Vorhandensein landwirtschaftlicher Nutzflächen von weniger als  0,25 ha vorgesehen. Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung zielen primär darauf ab, Sie nach einem Arbeits- oder  Wegeunfall möglichst schnell wieder arbeitsfähig zu machen  (z. B. Übernahme von Behandlungs- und Reha Kosten). Nur bei  einer Arbeitsminderung von mehr als 20 % zahlt sie eine kleine Rente. Kapitalzahlung, die für Umbaumaßnahmen und  nötige Sonderanschaffungen, die im Zuge einer unfallbedingt erworbenen Behinderung anfallen, übernimmt sie nicht.  Damit ist der größte Teil der Kosten, der durch Invalidität entsteht, nicht abgesichert. Eine private Unfallversicherung  stellt die passende Lösung für dieses Problem dar. Nur mit ihr erhalten Sie bereits ab dem ersten Prozentpunkt einer  Invalidität eine Leistung. Außerdem können Sie die Höhe der Entschädigungsleistung auf den von Ihnen geschätzten Bedarf hin abstellen. Natürlich können Sie Ihr persönliches Unfallrisiko auch im Rahmen einer Gruppenunfallversicherung  für Ihre Belegschaft mit absichern.

Dread Disease/Schwere Krankheiten Vorsorge

Nicht immer führt eine schwere Erkrankung auch automatisch  dazu, dass man berufsunfähig wird. Fast immer führt sie  allerdings dazu, dass man sich für längere Zeit schonen muss.  Gerade als Landwirt, dessen Einkommen ganz direkt mit der  erbrachten Arbeitsleistung in Zusammenhang steht, können  einige Monate, in denen nur wenige Stunden am Tag gearbeitet  wird, schnell spürbare Einkommenseinbußen bedeuten. Eine  Vorsorge für schwere Krankheiten zahlt bei der Diagnose einer  der versicherten Krankheiten einen von Ihnen festgelegten  Betrag an Sie aus. Diese Zahlung erfolgt einmalig. Neben einer  Verwendung zum Ausgleich von Einkommensverlust, kann die  Kapitalleistung z. B. auch dafür gedacht sein, die Kosten eines  Aushilfs-Geschäftsführers zu kompensieren.

Altersvorsorge

Altersvorsorge ist ein Thema, das viele Landwirte gerne vor sich  her schieben. Die Zeit bis zur Rente scheint noch so lang zu  sein, dass es doch noch ein paar Jahre Zeit hat, ehe man sich  damit befasst. Oft genug ist das Ergebnis, dass Landwirte im  Alter nur sehr geringe Rücklagen haben, von denen sie dann  ihren Lebensabend bestreiten müssen. Auch darauf, dass der  Hoferbe ein Altenteil zahlt, kann man nicht mehr blind vertrau- en. Viele junge Menschen, die aus Familien der Landwirtschaft  stammen, streben andere Berufe an.

Als Landwirt stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten der Altersvor- sorge offen:

Riesterrente

Landwirte, die in der Alterssicherung für Landwirte pflichtversichert sind, haben Anspruch auf die Riester-Rente. Um  die volle Förderung zu erhalten, muss der sogenannte Mindesteigenbeitrag in den Vertrag eingezahlt werden. Der  Mindesteigenbeitrag entspricht 4% der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§13 EStG) des vorletzten Jahres. Wer zusätzlich zu den landwirtschaftlichen noch einer anderen, sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht, muss auch das Einkommen daraus zu den Landwirtschaftseinkünften addieren.

Basisrente

Mit der Einführung der Basisrente wurde für alle Selbstständigen ein sehr gutes Mittel geschaffen, um Altersvorsorge zu betreiben. Hier können auch sehr große Sparbeiträge steuerlich in Ansatz gebracht werden. Auch im Falle einer Insolvenz kann Kapital in einer Basisrente nicht gepfändet werden. Ihr Geld ist also bis zur Rente sicher.

Privatrente

Auch die rein private Altersvorsorge steht Ihnen offen. Hier findet keine starke staatliche Förderung wie bei den voran- genannten Vorsorgeformen statt, dafür sind diese Produkte  sehr flexibel und bei Auszahlung ab dem 62. Lebensjahr muss  lediglich der halbe Ertragsanteil versteuert werden. Ein wenig  gefördert wird dieser Durchführungsweg also doch.

Letztlich ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, welchen Weg man bei der Altersvorsorge gehen will. Nicht immer  ist der finanziell sinnvollste dabei auch der, mit dem man sich  wirklich wohl fühlt. Wichtig ist nur, dass Sie sich bewusst sind,  dass Sie im Alter Einschränkungen in Kauf nehmen müssen,  wenn Sie nicht auch selbst sparen.  Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott. Mit dieser Weisheit lag der  Volksmund schon immer richtig!

Sie haben Mitarbeiter?

Sobald Sie Mitarbeiter haben, übernehmen Sie in gewissem  Umfang auch soziale Verantwortung. Die regelmäßige Zahlung  von Löhnen und Gehältern, die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften oder die Ausstattung mit benötigten Arbeitsgeräten  sind dabei eine Selbstverständlichkeit, die Ihre Mitarbeiter von  Ihnen erwarten können. Gute Mitarbeiter sind immer schwieriger zu finden – umso wichtiger, dass sie loyal zur Firma stehen.  Freiwillige Sozialleistungen sind ein einfaches und meist preis- wertes Mittel, um Mitarbeiter fester an sich zu binden.

Betriebsrente

Sie müssen Mitarbeitern mindestens einen Durchführungsweg  für betriebliche Altersvorsorge (bAV) anbieten. Da die Beiträge  dafür in der Regel über den Weg der Gehaltsumwandlung generiert werden, sparen Sie und Ihr Mitarbeiter sich Beiträge zu den Sozialversicherungen. Was wäre einfacher, als einen Teil der ersparten Sozialabgaben als Arbeitgeberzuschuss  zusätzlich in einen bAV-Vertrag mit einzubezahlen? Schaffen Sie einen zusätzlichen Anreiz für die Betriebsrente und  zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie sich aktiv an deren Aufbau einer Altersvorsorge beteiligen möchten.

Gruppenunfallversicherung

Unfälle passieren schneller als man denkt. Umso schlimmer, wenn es ein Arbeitsunfall ist, der einen Ihrer Mitarbeiter  in die Invalidität bringt. Die Leistungen aus einer Gruppenunfallversicherung können die finanziellen Probleme, die aus  einer Behinderung resultieren, lösen. Über eine Gruppenunfallversicherung ist solide Invaliditätsvorsorge zu verhältnis- mäßig geringem Beitrag erhältlich – auch für Sie selbst.

Betriebliche Krankenversicherung

Für die Installation einer betrieblichen Krankenversicherung  schließen Sie mit einem Versicherer einen Vertrag. Sie wählen  einen oder mehrere Tarife der Krankenzusatzversicherung  für Ihre Mitarbeiter aus, die Sie ihnen zur Auswahl stellen.  Vor allem an den Bereich der stationären Ergänzungsabsicherung sollten Sie hier denken. Als Zugangsvoraussetzung  wird entweder eine vorgegebene Quote aller Mitarbeiter oder  eine Mindestanzahl von Mitarbeitern verlangt. Werden die  Voraussetzungen voll erfüllt, wird Versicherungsschutz für die  Mitarbeiter – zumeist ohne oder zumindest mit erleichterter  Gesundheitsprüfung – gewährt. Mitarbeiter, die eine bessere  gesundheitliche Versorgung genießen, werden schneller gesund  und verweilen entsprechend kürzer im Krankenstand.  Für Sie als Arbeitgeber ist das ein echter Gewinn.

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