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Was muss man bei einer Hochzeit beachten?

Wenn Sie den richtigen Partner fürs Leben gefunden haben, ist es wichtig seine Liebsten auch entsprechend zu schützen und abzusichern.

Traut Euch!

Es ist immer schön, wenn sich zwei Menschen finden und  ihr Leben zusammen verbringen möchten. Der Bund der  Ehe bringt auch gegenseitige Verantwortung mit sich. Am  Anfang wirken sicher noch die Eindrücke des Fests nach und  Sie haben tausend andere Dinge im Kopf. Dennoch sollten  Sie sich einen Moment Zeit nehmen und Ihre gemeinsame  Vorsorgesituation, Ihren Versicherungsschutz und einige  grundsätzliche Regelungen überdenken.

Gesetzliche Versorgung

Der Gesetzgeber fördert die Institution der Ehe auf verschiedene  Arten. Als Basis eines klassischen Familienbildes wurden Weichen gestellt, die beiden Ehepartnern eine gewisse Basisversorgung sichern sollen.

Krankenversicherung

Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung kann ein  Ehepartner den anderen im Rahmen der Familienversicherung  mit einschließen, sofern dieser – bedingt durch seinen Erwerbsstatus – nicht über eine eigene Krankheitsvorsorge verfügt.  Auch Kinder können auf diesem Weg Krankenversicherungsschutz über die Eltern erhalten.

Witwen-/Witwerversorgung

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt eine Altersrente nur an den aus, für den Beiträge eingezahlt wurden und der  seine Wartezeit erfüllt hat. Im Todesfall steht dem überlebenden Ehepartner eine Witwen- bzw. Witwerrente zu. Hierfür  muss die versicherte Person allerdings mind. fünf Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Man unterscheidet zwischen  folgenden Rentenleistungen:

Kleine Witwen-/Witwerrente

Der/Die Hinterbliebene erhält für max. 24 Monate etwa 25 %  der vollen Erwerbsminderungsrente des verstorbenen Partners. War der Verstorbene bereits Rentenempfänger, wird  als Berechnungsbasis seine Rente herangezogen. Eigenes  Einkommen wird nach Berücksichtigung eines Freibetrages mit  angerechnet. Beispiel: Ehemann verstirbt mit 40 Jahren. Das letzte Nettoeinkommen betrug 1.625 Euro. Er hinterlässt keine Kinder. Seine  Witwe arbeitet als Bürokauffrau und verdient 1.500 Euro brutto.  Sie erhält eine Witwenrente i. H. v. etwa 248 Euro.

Große Witwen-/Witwerrente

Auch hier ist die Basis der Hinterbliebenenversorgung die  Erwerbsminderungsrente des Verstorbenen, sofern sich dieser  noch aktiv im Berufsleben befand. Bezog er bereits Rente, ist  deren Höhe Berechnungsbasis. Die Höhe der Witwenrente  beträgt 55 % der Berechnungsbasis. Die Bezugsdauer ist nicht  begrenzt. Für ihren Bezug muss mindestens eine dieser Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Hinterbliebener versorgt ein minderjähriges eigenes oder ein Kind des Verstorbenen in häuslicher Gemeinschaft
  • Hinterbliebener ist erwerbsgemindert
  • Hinterbliebener hat das 45. Lebensjahr vollendet

Auch bei der großen Witwenrente findet ggf. eine Anrechnung anderer Einkünfte statt. Beispiel: Ehemann verstirbt mit 40 Jahren. Das letzte Nettoeinkommen betrug 1.625 Euro. Er hinterlässt eine Frau und  zwei Kinder. Seine Witwe arbeitet als Bürokauffrau und verdient 1.500 Euro brutto. Sie erhält eine Witwenrente i. H. v.  ca. 545 Euro.

Wissenswert

Bestand die Ehe bei Tod des Ehepartners noch kein Jahr, besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung. Lediglich wenn der Verdacht, dass es sich um eine  reine Versorgungsehe gehandelt hat, ausgeräumt werden  kann (z. B. bei Unfalltod, Unwissen des Ehepaars über tödlich  verlaufende Krankheit, etc.), kann ggf. ein Anspruch begründet  werden. Bei Wiederheirat entfällt der Anspruch auf Witwen-/ Witwerrente. Der Anspruch kann bei Tod des Ehegatten oder  Scheidung wieder aufleben.

Eigene Vorsorge

Um Ihre Vorsorge „rund“ zu machen, benötigen Sie Versicherungsschutz auf unterschiedlichen Ebenen:

Privathaftpflicht / Rechtsschutzversicherung

Eine Privathaftpflichtversicherung ist ein absolutes Muss für jede  Familie. Ist dieser existenzsichernde Schutz noch nicht vorhanden, sollten Sie schnellstmöglich handeln. Eine Rechtsschutzversicherung trägt die Kosten eines Rechtsstreits, die Ihnen  entstehen. Wer möchte schon auf sein gutes Recht verzichten,  nur weil er sich die Kosten nicht leisten kann? Sowohl bei der Privathaftpflicht-, als auch bei der Rechtsschutzversicherung sind Ehegatten in den jeweiligen Familien- Tarifen automatisch mitversicherte Personen. Auf einen solchen  Tarif müssen Sie Ihre ggf. bereits vorhandenen Verträge umstellen. Wenn beide Ehepartner über einen Versicherungsvertrag  derselben Sparte verfügen, muss einer der beiden Verträge  aufgehoben werden. Das Versicherungsvertragsgesetz regelt,  dass es keine Doppelversicherung geben darf. Bei Vorlage einer  Kopie Ihrer Heiratsurkunde wird der jüngere Vertrag aufgelöst.

Unfallversicherung

Mit der Eheschließung übernehmen Sie in einem großen  Umfang auch Verantwortung gegenüber Ihrem Partner. Mit  einer körperlichen Behinderung ist es nach wie vor möglich, ein  erfülltes Leben im gewohnten heimischen Umfeld zu führen.  Meist braucht es dafür allerdings größere bauliche Veränderungen. Auch die gewohnte Mobilität mit dem eigenen Pkw  ist meist möglich, kostet allerdings ebenfalls Geld. Über eine  Unfallversicherung können Sie die nötigen Summen absichern  – ein bereits vorhandener Vertrag ergibt also auch weiterhin  großen Sinn. Falls für Sie beide separate Verträge bestehen,  wäre zu prüfen, ob Sie sich durch eine Zusammenlegung nicht  Beiträge sparen können. Viele Anbieter gewähren einen Nach- lass, wenn mehr als eine Person in einem Vertrag abgesichert  wird. Sollte noch keine private Unfallvorsorge bestehen, empfehlen wir dringlichst, dies noch nachzuholen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Ihre Arbeitskraft ist die Basis für Ihren Lebensstandard. Kann  man aufgrund gesundheitlicher Probleme seinen Beruf nicht  mehr ausüben, geht dies oft mit einem sozialen Abstieg einher.  In einer Ehe lebt man für gewöhnlich aus einer gemeinsamen  Kasse – entsprechend belastend ist es, wenn ein Einkommen  wegfällt. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung stellt eine ideale  Lösung dar, um im Fall der Fälle eine Lohnersatzleistung zu  erhalten. Die abgesicherte Rente sollte ausreichend hoch  gewählt sein, um finanzielle Einbußen ausreichend kompensieren zu können. Auch die Laufzeit eines solchen Vertrags  sollte möglichst auf das reguläre Rentenalter abgestimmt sein.  Beamte bzw. Beamtenanwärter sollten weiterhin darauf achten,  einen Anbieter zu wählen, der eine geeignete Dienstunfähigkeitsklausel in seinem Bedingungswerk anbietet. Haben Sie oder Ihr Partner bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung  abgeschlossen, sollte in jedem Fall die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente überprüft werden. Steht diese noch in einem  gesunden Verhältnis zu Ihrem Nettoeinkommen? Durch die Eheschließung bieten Ihnen die meisten Versicherungsunter- nehmen die Möglichkeit der Nachversicherung. Sie können die versicherte Rente dann in gewissem Rahmen erhöhen,  ohne dass eine neue Gesundheitsprüfung durchgeführt werden muss.

Hinterbliebenenversorgung

Die gesetzliche Absicherung hinterbliebener Ehegatten fällt  nicht sehr üppig aus. Diese Basisversorgung ist nicht darauf  ausgelegt, laufende Kosten einer gemeinsamen Zukunftsplanung zu decken. Gerade wenn Kinder vorhanden sind oder  noch eine Immobilie finanziert wird, sind finanzielle Probleme  bei Tod eines Ehepartners meist vorprogrammiert. Eine Risikolebensversicherung kann diese Probleme lösen. Bei der Wahl  der Versicherungssumme sollte nicht nur auf die größte Position  (z. B. offener Finanzierungsbetrag) geachtet werden. Zusätzlich  zu solchen festen Größen empfehlen wir drei bis fünf Jahresnettogehälter abzusichern, über die bei Auszahlung frei verfügt  werden kann. Bis sich nach Tod eines Ehegattens die Situation  innerhalb einer Familie stabilisiert, vergeht erfahrungsgemäß  ein längerer Zeitraum. Hat der hinterbliebene Partner finanziell den Rücken frei und kann laufende Kosten oder die Ausbildung der Kinder stemmen, setzt der Verarbeitungsprozess besser ein. Auch bei der Risikolebensversicherung bieten  verschiedene Anbieter die Möglichkeit der Nachversicherung. Ein bestehender Vertrag kann dann in gewissen Grenzen  an den neuen Bedarf angepasst werden.

Altersvorsorge

Fest steht: die Gesetzliche Rente wird nicht ausreichend hoch  ausfallen, um Ihren Lebensstandard zu sichern. Die anhaltend  negative Bevölkerungsentwicklung sowie die immer größer  werdende Zahl von Senioren werden das Rentenniveau noch  weiter senken. Durch die immer weiter steigende Lebenserwartung, aber auch durch das immer aktiver werdende Rentnerleben, steigt der Kapitalbedarf im Alter zunehmend an. Man muss  fürs Alter sparen, wenn man es genießen will. Je früher man  damit anfängt, desto besser. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine solide Altersvorsorge aufzubauen. Welche die für Sie  beiden passende Lösung ist, können wir nur im gemeinsamen  Gespräch herausfinden.  Wichtig ist in diesem Zusammenhang, jedem Ehepartner eine eigene Altersvorsorge aufzubauen. Männer und Frauen  haben sehr unterschiedliche Lebenserwartungen. Die Hinterbliebenenversorgung aus privaten Rentenverträgen wird  meist über eine Rentengarantiezeit gelöst. Dadurch wird die Rente für eine bestimmte Mindestzeit gezahlt – auch nach  dem Tod der versicherten Person.

Beispiel 1: Beginn der Rentenzahlung mit 67 Jahren. Es wurde eine Rentengarantiezeit von 15 Jahren vereinbart.  Mit 75 Jahren erleidet die versicherte Person einen Herzinfarkt und verstirbt. Die Witwe erhält noch sieben Jahre eine  Rentenzahlung aus dem Vertrag Ihres Mannes. Die Zahlungen hören mit Ende der Garantiezeit auf.

Beispiel 2: Der Ehemann geht mit 62 Jahren in Altersteilzeit.  Zur Auffüllung seines Einkommens lässt er die Rentenzahlung  aus seiner Altersvorsorge früher beginnen (vereinbart war ab  67). Mit 75 Jahren verstirbt er in Folge eines Herzinfarkts. Die  überlebende Witwe erhält nur noch zwei Jahre lang Zahlungen  aus diesem Vertrag. Manche Versicherungsunternehmen bieten daher auch an, aus  dem noch vorhandenen Vertragsguthaben des Verstorbenen  eine separate, lebenslange Hinterbliebenenrente für Witwe oder  Witwer zu erzeugen. Wer über eine eigene, ausreichende Altersvorsorge verfügt, ist  nicht mehr so sehr davon abhängig, dass der verstorbene Ehepartner bei Vertragsabschluss alles richtig gemacht hat.

Und Riester?

Die „Riester-Rente“ kann durch die Zulagenzahlung sowie die steuerliche Absetzbarkeit eine lohnende Alternative der Altersvorsorge sein. Gehört ein Partner zum förderfähigen Personenkreis (Angestellte und Beamte), der andere aber nicht  (Selbstständige, Rentner, etc.), erhält der nicht förderfähige Partner über den förderfähigen einen indirekten Förderanspruch. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der förderfähige Partner selbst auch „riestert“.  Für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen in diesem Druckstück können wir keine Gewähr übernehmen, insbesondere nicht bei steuerrechtlichen Inhalten. Wenden Sie sich ggf. an einen  Steuerberater. Bei genannten Leistungs- und Tarifmerkmalen gelten die Tarifbedingungen des jeweiligen Versicherers.

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